Lena Heße
Morningshow - Serien- und Film-Junkie - Joppiesaus-Verehrerin - Maschine auf dem Dancefloor
Die Lippewelle am Morgen: Moderation Lena Heße
Jeden Morgen um sechs Uhr startet die Lippewelle-Morningshow und begleitet euch durch den Alltag. Lena Heße sorgt mit ihrer gut gelaunten Art und spannenden Themen dafür, dass ihr bestens informiert in den Tag startet.
In unserem Interview erfahrt ihr mehr über unsere Moderatorin Lena Heße. Ihr könnt ihr auch auf Instagram folgen.
Lippewelle: Lena Heße, seit 2021 moderierst du hier die Lippewelle-Morningshow. Jeden Morgen gut gelaunt. Wie schafft man das, morgens so gut gelaunt zu sein wie du?
„Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte immer gute Laune.“
Lena Heße: Ich finde das erstmal schön, dass das den Eindruck macht. Ich kann es dir nicht sagen, weil, ganz ehrlich, wie fast jeder andere hier in Hamm stehe ich morgens auf und der erste Gedanke ist: „Boah! Ich lege mich auf jeden Fall nach der Arbeit direkt wieder hin!“ Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte immer gute Laune. Das weiß meine Familie, das wisst ihr in der Redaktion. Aber während ich hier am Pult stehe, muss ich sagen, habe ich wirklich Spaß an der Arbeit. Also ich finde es geil, jeden Tag so viel Musik zu hören, ich finde es geil, euch etwas zu erzählen und euch zu informieren. Deswegen rührt das vielleicht ein bisschen daher, und ich bin redselig, habt ihr vielleicht schon gemerkt.
Lippewelle: Nach so langer Zeit, bist du da dann trotzdem immer noch aufgeregt, wenn das Mikrofon angeht?
Lena Heße: Nee, tatsächlich nicht. Also, wenn ich mal zwei Wochen im Urlaub war, dann bin ich kurz einen Moment aufgeregt, weil bei diesen ganzen Knöpfen kann es schon immer mal vorkommen, dass ich mich da verdrücke. Aber nee, aufgeregt eigentlich nicht. Mittlerweile bin ich sehr froh und auch ein bisschen stolz darauf, dass so etwas wie Routine eingekehrt ist.
„Da finde ich, konnten wir echt noch mal zeigen, was Radio alles auf dem Kasten hat.“
Lippewelle: Routine hilft natürlich, und trotzdem macht Radio natürlich auch aus, einen echten Live-Moment zu haben. Gibt es einen Moment, wo du sagen würdest: „Da habe ich so richtig gemerkt, das ist Radio, da bin ich jetzt gerade wirklich live an der Sache dran“?
Lena Heße: Ich fand das krass, was Radio in der Corona-Zeit geleistet hat. Also das Ganze war natürlich nicht schön, aber da finde ich, konnten wir echt noch mal zeigen, was Radio alles auf dem Kasten hat. Also wir haben das Glück, dass wir nicht darauf warten müssen, dass irgendeine Druckerpresse fertig ist. Es geht halt bei uns einfach direkt über die Antenne, sobald wir alle Infos geprüft haben, und das fand ich echt stark, dass wir da so eine große Stütze sein konnten.
Lippewelle: War denn für dich immer klar, dass du zum Radio möchtest, oder gab es auch nochmal andere Ideen?
„Ach, es gab 1000 andere Ideen.“
Lena Heße: Ach, es gab 1000 andere Ideen. Als Kind wollte ich Delfin-Trainerin werden, weil ich das geil fand, mit Tieren zu arbeiten. Dann hatte ich den Plan, etwas mit Hotelmanagement zu machen. Bei der Berufsberatung hier in Hamm wurde mir aber gesagt: „Frau Heße, alles, was mit Management zu tun hat, das ist auch meistens etwas mit Mathe, das empfehlen wir Ihnen jetzt nicht.“ Dann habe ich Animation im Ausland gemacht, habe gedacht, vielleicht ist das ja was, und dann bin ich hier nach dem Praktikum geblieben.
Lippewelle: Gibt es denn etwas, das du aus diesem Animateurs-Job mitgenommen hast ins Radio?
Lena Heße: Spontan sein auf jeden Fall, denn damals wurde uns auch immer gesagt: „Sei doch mal crazy und spontan.“ Lebe ich hier jeden Tag natürlich auch. Und die Dinge vielleicht nicht zu ernst zu nehmen, da arbeite ich noch dran, denn ich ärgere mich natürlich schon über Fehler, aber wir sind auch nur Menschen. Ich glaube, das habe ich mitgenommen.
„Ich liebe es, für meine Stadt Radio zu machen.“
Lippewelle: Du hast ja auch viel Kontakt zu den Hörern. Wie würdest du denn die Menschen in Hamm beschreiben, wenn du das müsstest?
Lena Heße: Ehrlich, direkt und bodenständig, würde ich sagen. Deswegen mache ich hier auch so gerne Radio, weil ich halt von hier wegkomme, ne? Ich bin hier geboren, aufgewachsen, war für Studium, Auslandssemester und Animation mal kurz weg, aber mich zieht es halt immer wieder hierhin, und ich liebe es, für meine Stadt Radio zu machen. Ich finde es auch schwierig, in einer anderen Stadt, wo man nicht herkommt, Lokalradio zu machen. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, und das fällt mir wesentlich schwerer. Deswegen bin ich sehr, sehr dankbar für diesen Heimvorteil.
Lippewelle: Was genau verbindest du denn mit Hamm? Was ist für dich hier Heimat?
„Schützenfest! Auf jeden Fall Schützenfest.“
Lena Heße: Schützenfest! Auf jeden Fall Schützenfest. Ich komme vom Dorf, ich bin damit aufgewachsen, und so dorfmäßig das auch ist, dieses Buftata und die grünen Jacken, das finde ich halt einfach geil, weil man irgendwie jedes Jahr Leute sieht, mit denen man sonst über das Jahr vielleicht nicht so oft im Gespräch ist, und trinkt sich ein Bierchen an der Theke und hat eine gute Zeit – das soll schon etwas heißen, weil da wird ja immer Schlager gespielt, und ich hasse Schlager.
Lippewelle: Wo gibt's denn das beste Schützenfest in Hamm?
Lena Heße: Oh, das ist gemein. Also es hat sich mit den Jahren auch echt geändert. Also ich war früher oft in Rhynern, am Lohauserholz hängt mein Herz, aber auch Berge. Also ich bin zu einer Schützenfest-Hopperin geworden, muss ich sagen. Wenn ich die Zeit finde, dann gehe ich mit meinen Freunden gerne überall hin.
Lippewelle: Und auch sonst bist du viel unterwegs. Was sind so Veranstaltungen in Hamm, wo man dich findet?
Lena Heße: „Welcome To My Garden“ auf jeden Fall. Erste Ausgabe als Gast, dann wurde ich angesprochen vom Team, ob ich nicht Bock hätte, so Videoreportagen zu machen, und das feiere ich total. Ich finde das geil, dass wir so ein großes Event auch in Hamm haben, dass sich das so gut etabliert hat. Aber ich versuche mittlerweile schon, eine gute Balance zu finden. Ich bin auch viel zu Hause, weil ich da auch einfach gerne meine Ruhe habe, aber so Sachen, die in der Stadt sind, wie Bierbörse oder sowas, da bin ich auch da. Wenn das Wetter auch stimmt, bin ich immer gerne dabei.
„Ich bin super langweilig, glaube ich.“
Lippewelle: Wie sieht denn so dein Alltag aus, wenn du zu Hause bist und das Radio mal ausschalten kannst?
Lena Heße: Ich bin super langweilig, glaube ich. Also ich verbringe wirklich gerne viel Zeit zu Hause. Ich investiere wahrscheinlich mehr Geld in meine Wohnung als in meine Urlaube. Da fahre ich wirklich, seit ich klein bin, immer jedes Jahr nach Borkum zum Volleyballspielen. Habe ich auch 15 Jahre lang beim HSC gemacht, dann aber aufgehört mit der Zeit. Ich bin froh, wenn ich meine Freunde sehe. Wir sind jetzt mittlerweile alle in einem Alter – jetzt spreche ich wie Oma Erna vom Krieg –, dass viele arbeiten müssen und man froh ist, wenn man mal einen Termin findet.
„Ich habe gedacht, ich kaufe mir jetzt mal eine Säge.“
Lippewelle: Du bist ja auch sehr kreativ, das muss man sagen. Du hast auch keine Angst, mal ein Werkzeug in die Hand zu nehmen.
Lena Heße: Ja, stimmt. Während Corona habe ich Langeweile bekommen, habe gedacht, ich kaufe mir jetzt mal eine Säge, eine Bohrmaschine, einen Akkuschrauber und habe mir Regale selber gebaut und mir meinen Esszimmertisch selber zusammengewerkelt. Die große Platte, die habe ich schön hier abgeschliffen und selber lackiert. Hat auch Bock gemacht, aber dann hatte ich auch irgendwann keine Lust mehr.
Lippewelle: Aber er steht noch?
Lena Heße: Es ist noch nichts kaputt gegangen, und es hat sich auch noch keiner verletzt.
„Ich habe jetzt wieder einen Hund.“
Lippewelle: Und du hast auch einen neuen Mitbewohner seit einiger Zeit.
Lena Heße: Ich habe jetzt wieder einen Hund. Also ich habe eigentlich mein ganzes Leben lang schon Hunde gehabt, also meine Familie. Nachdem unser letzter Hund leider eingeschläfert werden musste, habe ich gemerkt, irgendwie fehlt da ganz doll was, und es ist einfach schön, jetzt einen Boxer wieder zu Hause zu haben. Ich bin Boxer-Liebhaber. Für mich braucht es eine Knautschzone im Gesicht, da schlägt echt mein Herz für. Und ja, da kuschle ich auch gerne mal im Bett mit. Ich weiß, sollte ich nicht machen, aber auch spazieren gehen und so, das tut jetzt echt wieder gut. Ich freue mich, dass ich dann auf diese Art und Weise wieder ein bisschen mehr draußen bin als vorher.
Lippewelle: Trifft man da auch mal Hörer beim Gassi gehen?
Lena Heße: Tatsächlich, das ist auch schon mal passiert, aber in der Regel sagt man ja irgendwie nur Hallo oder Moin, und dann kommt nicht unbedingt so ein Gespräch zustande. Im Penny an der Kasse war das tatsächlich mal, dass ich jemandem gesagt habe: „Ich lege hier schon mal einen Warentrenner hin“, und dann hörte ich so vor mir: „Das ist sie doch.“ Ja, da muss ich manchmal drüber schmunzeln. Ab und zu passiert das mal.
Lippewelle: Aber man darf dich ansprechen?
Lena Heße: Ja klar. Ich bin ja ein ganz normaler Mensch.
„Ich liebe unsere Wälder einfach.“
Lippewelle: Wo gehst du denn gerne Gassi? Gibt es denn besondere Orte in Hamm, die du schön findest?
Lena Heße: Ich bin viel in Berge und Wiescherhöfen unterwegs, das sind so Orte, die habe ich irgendwie schon vor vielen Jahren mit dem ersten Hund in Erinnerung gehabt, und wenn es geht, auch irgendwie durch den Wald. Ich liebe unsere Wälder einfach, also ich finde das so geil, auch im Sommer, wenn es da mal ein schattiges Plätzchen gibt und du merkst, dass die Luft direkt ganz anders ist. Das ist dann tatsächlich ein bisschen wie Kurzurlaub.
Lippewelle: Also ein bisschen Ruhe ab und zu ist dann auch ganz gut.
Lena Heße: Auf jeden Fall. Die brauche ich auch, weil sonst merke ich, dass meine soziale Batterie irgendwann leer geht. Ja, auch sowas ist bei mir tatsächlich, auch wenn ich sehr gesellig bin, irgendwann ein Problem, wenn ich merke: „Jetzt habe ich überhaupt keinen Bock mehr, mich zu unterhalten, und muss einfach nur nach Hause.“
„Ich liebe einfach Tiere.“
Lippewelle: Hier in Hamm kann man ganz viel machen. Du hast gerade eben von „Welcome To My Garden“ gesprochen, es gibt aber zum Beispiel auch den Tierpark. Du gehst ja wahrscheinlich auch gerne in Begleitung in den Tierpark.
Lena Heße: Ja, richtig. Ich habe zwei kleine Nichten im Kita- und Grundschulalter. Für die ist der Tierpark hier in Hamm das absolute Highlight. Ich finde es krass, was daraus geworden ist. Dass da teilweise Autos auf dem Parkplatz stehen, die irgendwie mit Kölner Kennzeichen sind, einfach weil hier bei uns der Tierpark so einen schönen Spielplatz hat. Wir von der Lippewelle haben auch mal einen Betriebsausflug dahin gemacht, waren auf der Lemuren-Insel und durften die Tiere füttern. War auch ein Highlight für mich. Also ich liebe einfach Tiere, und solange das alles artgerecht abläuft, bin ich immer gerne da.
Lippewelle: Findet man dich denn auch im Kletterturm?
Lena Heße: Auf gar keinen Fall. Also es ist schon vorgekommen, dass ich meine Nichte mal von ganz oben runterholen musste. Der Klassiker. Ja, das mache ich dann auch gerne, nicht unbedingt oft, aber wenn es sein muss, dann muss das.
„Lina und Lena machen Tiergeräusche.“
Lippewelle: Wie sehr verbindest du denn die Lippewelle mit zu Hause?
Lena Heße: Total. Also es ist für mich immer noch wie heute in Erinnerung, dass ich als Kind hier im ganz alten Gebäude mit einer Freundin war und beim Gewinnspiel mitgemacht habe. Da wurden Karten verlost für, ich glaube, den Zirkus Charles Knie. Man musste Tiergeräusche machen, und das habe ich damals mit meiner Freundin gemacht. Wir haben die Karten bekommen, und dann habe ich ja irgendwann angefangen, hier zu arbeiten, habe etwas für einen Zirkus recherchiert, und auf einmal sehe ich diese Töne bei uns im System: „Lina und Lena machen Tiergeräusche.“ Also das hat mich mein Leben lang schon begleitet, deswegen ist das für mich ein ganz großer Faktor.